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Über Nachhilfe
Bringt Nachhilfe wirklich etwas? Was die Forschung sagt
Diese Frage stellen uns viele Eltern, und sie ist berechtigt. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, wie die Nachhilfe gemacht wird. Die Forschung ist sich dabei erstaunlich einig, welche Dinge den Unterschied machen.

- Förderung in kleinen Gruppen gehört zu den gut untersuchten Hilfen für Schüler. Im Schnitt bringt sie rund vier Monate zusätzlichen Lernfortschritt im Jahr.
- Je kleiner die Gruppe, desto besser. Ab sechs oder sieben Kindern lässt die Wirkung spürbar nach.
- Am stärksten wirkt Förderung, wenn sie regelmäßig ist, von gut ausgebildeten Menschen kommt und nah am Schulstoff bleibt.
- Deutsche Studien finden für Nachhilfe im Durchschnitt keine besseren Noten. Ein Selbstläufer ist sie also nicht.
Was internationale Studien zeigen
Eine große Auswertung aus den USA hat 89 Studien zusammengefasst, in denen Kinder zufällig einer Fördergruppe oder einer Vergleichsgruppe zugeteilt wurden. Das ist der strengste Maßstab, den die Bildungsforschung kennt. Das Ergebnis: Kinder mit gezielter Förderung lernten deutlich mehr als die Vergleichsgruppe, in Lesen und in Mathematik gleichermaßen. Am größten war der Effekt, wenn Lehrkräfte oder geschulte Fachkräfte unterrichteten, wenn die Kinder noch jünger waren, wenn die Förderung an mindestens drei Tagen pro Woche stattfand und wenn sie während der Unterrichtszeit lag.
Die britische Education Endowment Foundation, die Schulen in England in Fragen der Förderung berät, kommt zu einem ähnlichen Bild. Sie hat 62 Studien zur Förderung in Kleingruppen ausgewertet und rechnet mit rund vier Monaten zusätzlichem Lernfortschritt im Jahr, in Mathematik mit etwa drei. Für Einzelförderung nennt sie im Schnitt fünf Monate. Zur Gruppengröße schreibt sie: je kleiner, desto besser. Mit mehr als sechs oder sieben Kindern nehme die Wirkung spürbar ab. Genauso wichtig wie die Größe sei aber die Qualität des Unterrichts.
Was deutsche Studien zeigen
In Deutschland bekommt laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung etwa jedes siebte Schulkind zwischen 6 und 16 Jahren Nachhilfe. Am häufigsten in Mathematik, gefolgt von den Fremdsprachen und Deutsch. Und gut ein Drittel der Kinder mit Mathe-Nachhilfe nutzt sie, obwohl die Mathenote befriedigend oder besser ist.
Bei der Wirkung sind deutsche Studien zurückhaltender. Mehrere Untersuchungen haben Kinder mit und ohne Nachhilfe verglichen und im Durchschnitt keine besseren Noten gefunden. Eine Studie mit über 11.000 Zehntklässlern kam zu dem Schluss, dass Nachhilfe nicht pauschal als wirksames Mittel gegen schlechte Noten empfohlen werden kann. Wer seine Nachhilfelehrkraft als unterstützend erlebte, war aber mit der eigenen Situation in der Schule zufriedener.
Wie passt das zusammen? Die internationalen Studien untersuchen meist Förderung während der Schulzeit, die eng mit dem Unterricht verzahnt ist und oft an mehreren Tagen pro Woche stattfindet. Die deutschen Studien messen dagegen die übliche Nachhilfe am Nachmittag, in allen Formen. Wir nehmen daraus mit: Nachhilfe ist kein Selbstläufer und keine Notengarantie. Sie sollte am aktuellen Schulstoff ansetzen, regelmäßig sein und die Lücken gezielt angehen. Und sie zählt oft dort, wo Noten nicht alles zeigen: bei Sicherheit und Zufriedenheit.
Worauf Sie als Eltern achten können
- Wie groß ist die Gruppe wirklich? Lassen Sie sich eine feste Zahl nennen, nicht „kleine Gruppen“.
- Wer unterrichtet? Fragen Sie nach der Lehrkraft vor Ort und ob Ihr Kind sie dauerhaft behält.
- Wird zuerst geschaut, wo die Lücken liegen? Gute Förderung beginnt mit einem Blick auf den Lernstand, nicht mit Arbeitsblättern für alle.
- Passt es zum Schulstoff? Die Förderung sollte an dem ansetzen, was im Unterricht gerade dran ist und was davor fehlt.
- Wie regelmäßig? Ein fester Termin jede Woche bringt mehr als Feuerwehreinsätze vor Klassenarbeiten.
- Kann Ihr Kind vorher ausprobieren? Eine kostenlose Probestunde und Bedingungen, die Sie in Ruhe zu Hause lesen können, sind ein gutes Zeichen.
Wie wir das im Schulhaus umsetzen
Bei uns sitzen höchstens vier Kinder an einem Tisch, mit fester Lehrkraft und festem Termin. In der ersten Stunde schauen wir in Ruhe, wo Ihr Kind steht, und arbeiten dann genau an diesen Stellen, auch wenn sie aus früheren Schuljahren stammen. Eine Notengarantie geben wir nicht, denn ehrliche Förderung braucht Zeit. Aber wir sagen Ihnen offen, was wir sehen und was wir vorhaben.
Am besten einfach ausprobieren
Die Probestunde ist kostenlos. Danach wissen Sie und Ihr Kind, ob es passt.
Probestunde vereinbaren- Nickow, A., Oreopoulos, P., Quan, V.: The Promise of Tutoring for PreK–12 Learning: A Systematic Review and Meta-Analysis of the Experimental Evidence. American Educational Research Journal, online 27.11.2023, doi:10.3102/00028312231208687.
- Education Endowment Foundation: Teaching and Learning Toolkit, Small group tuition, sowie Making a difference with effective tutoring, 2022.
- Klemm, K., Hollenbach-Biele, N.: Nachhilfeunterricht in Deutschland. Ausmaß, Wirkung, Kosten. Bertelsmann Stiftung 2016.
- Guill, K., Bos, W.: Effectiveness of private tutoring in mathematics with regard to subjective and objective indicators of academic achievement. Journal for Educational Research Online 6 (1), 2014.
- Guill, K., Lüdtke, O., Köller, O.: Assessing the instructional quality of private tutoring and its effects on student outcomes. British Journal of Educational Psychology 90 (2), 2020.
- Bayerisches Kultusministerium: Checkliste für Eltern zu Nachhilfeinstituten, 2010.
