Probestunde vereinbaren Für Schüler

Startseite › Ratgeber › Lernen und Familie

Lernen und Familie

Hausaufgaben ohne Streit: Was Eltern wirklich hilft

Von Marlene Sperling · 31. Oktober 2026 · 5 Minuten Lesezeit

In vielen Familien sind die Hausaufgaben der tägliche Zankapfel. Die gute Nachricht: Die Forschung gibt gute Hinweise, welche Hilfe wirkt und welche eher schadet. Oft ist weniger mehr.

Mutter und Sohn sitzen erschöpft über den Hausaufgaben
Kurz gesagt

Was die Forschung sagt

Hausaufgaben wirken, vor allem ab der weiterführenden Schule. In der Grundschule ist der Effekt auf die Leistung dagegen gering. Das zeigen große Auswertungen aus den USA und vom Bildungsforscher John Hattie. Er bringt es so auf den Punkt: Ein paar Minuten, in denen gefestigt wird, was schon gelernt ist, bringen oft genauso viel wie ein, zwei Stunden.

Wichtiger als die Zeit am Schreibtisch sind Motivation und die Fähigkeit, sich selbst zu organisieren. Eine Studie der Universität Tübingen mit knapp 2.000 Achtklässlern fand eine Gruppe von Kindern, die sich lange abmühen und trotzdem schwache Ergebnisse erzielen. Lange Dauer allein sagt also wenig. Entscheidend ist, ob ein Kind dabei vorankommt.

Bei der Hilfe der Eltern kommt es auf das Wie an. In einer Studie mit 1.685 Kindern der sechsten Klasse ging häufige Hilfe mit einer schlechteren Leistungsentwicklung einher. Hilfe, die die Kinder als unterstützend erlebten, wirkte dagegen positiv, als aufdringlich erlebte Hilfe negativ. In einer weiteren Studie mit 2.830 Schülerinnen und Schülern hatten Kinder, deren Eltern viel kontrollierten, zwei Jahre später eher mehr Schwierigkeiten. Eltern, die auf ihr Kind eingingen und klare Abläufe boten, sahen eher Fortschritte. Der Zusammenhang wirkt dabei in beide Richtungen.

Sieben Ideen für den Familienalltag

  1. Fester Platz, feste Zeit. Ein ruhiger Tisch und eine verlässliche Uhrzeit nehmen viel Verhandlung aus dem Nachmittag.
  2. Erst selbst anfangen lassen. Ihr Kind beginnt allein, Sie sind erreichbar, aber sitzen nicht daneben.
  3. Helfen, wenn gefragt wird. Und dann eher eine Frage zurückgeben als die Lösung vorsagen.
  4. Fehler stehen lassen. Unser Rat: Schauen Sie ruhig, ob alles erledigt ist, aber lassen Sie Fehler stehen. So sieht die Lehrkraft, wo es hakt.
  5. Kurz halten, gerade in der Grundschule. Lieber jeden Tag ein bisschen als einmal stundenlang.
  6. Auf die Dauer achten. Sitzt Ihr Kind regelmäßig lange und kommt trotzdem nicht voran, sprechen Sie mit der Lehrkraft.
  7. Den Streit aus dem Haus nehmen. Wenn Hausaufgaben zur Dauerbelastung werden, darf auch jemand anderes einspringen.

Der Abend gehört der Familie

Wenn das Üben bei uns stattfindet, muss es zu Hause nicht jeden Abend Thema sein. Die erste Probestunde ist kostenlos.

Probestunde vereinbaren
Quellen
  1. Cooper, H., Robinson, J. C., Patall, E. A.: Does Homework Improve Academic Achievement? A Synthesis of Research, 1987 to 2003. Review of Educational Research 76 (1), 2006.
  2. Hattie, J.: Visible Learning, 2009; Interview mit BBC Radio 4, 2014.
  3. Universität Tübingen: Hausaufgaben. Nicht die Zeit ist entscheidend, sondern die Motivation, Pressemitteilung vom 09.09.2015, zu Flunger, B. u. a., Learning and Instruction 39, 2015, uni-tuebingen.de.
  4. Moroni, S., Dumont, H., Trautwein, U., Niggli, A., Baeriswyl, F.: The Need to Distinguish Between Quantity and Quality in Research on Parental Involvement. Journal of Educational Research 108 (5), 2015.
  5. Dumont, H., Trautwein, U., Nagy, G., Nagengast, B.: Quality of Parental Homework Involvement. Journal of Educational Psychology 106 (1), 2014.
Anrufen Probestunde